In der Tiefe

13.01.2018

In der Tiefe geschehen Dinge, die wir an der Oberfläche nicht erkennen können. Wir müssen manchmal weit hinuntersteigen, um sie zu verstehen, so wie Adelbert in Adelbert von Chamissos Geschichte Adelberts Fabel:

 

Das Tal, worin er war, endigte in einen jähen Felsspalt, an dessen Eingange er nun stand. Verfolgt vom Meere, preßte er sich in diese enge Pforte und befand sich in einem unterirdischen, lichtlosen Gange, und es drang kein Klang mehr zu seinem Ohr: das Herz ergrauste ihm in dem Busen.Er verfolgte lange mit Beharrlichkeit diesen Pfad und harrte, getaucht in Finsternis, mutig vorwärts dringend, des Ausgangs. Und tiefer abwärts neigte sich der Gang, und immer nach der Tiefe zu führte er ihn, und er schien in unendliche Tiefe hinab sich zu senken.Er war auf diese Weise lange hinabgestiegen, als ein fernes Leuchten durch die Finsternis zu dämmern anfing; da erweiterten sich die Felswände, und der Gang wölbte sich höher über seinem Haupte; ferne Harmonien bewegten leise die Luft; er atmete freier und verdoppelte den Schritt, immer vorwärts dringend; und hell und heller ward es vor ihm und tönender; aber zu dem Quell des Zentrums, dem er nahte, zu gelangen, mußt er noch lange und zu unermeßlicher Tiefe hinabsteigen.Da spähte er wundersame Gesichte! in unübersehbarem, unterirdischem Geschoß waren Webestühle ohne Zahl, an deren jeglichem zwo sich gleiche Gestalten im Gegenkampfe woben.

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