In der Tiefe

11.11.2017

Es kann Schauriges in der Tiefe verborgen sein. Doch manche wagen sich in die allerfinstersten Abgründe hinab - so wie hier Dante an der Hand des Dichters Vergil (aus Dante Alighieri, Die göttliche Komödie, übersetzt von Philalethes):

Mir brach den tiefen Schlummer in dem Haupte
Ein schwerer Donner so, daß ich mich schüttelt'
Gleich einem, welcher mit Gewalt geweckt wird,
Und wandte rings das ausgeruhte Auge
Und richtete mich auf und schaute starrend,
Den Ort zu unterscheiden, wo ich wäre.
Und in der Tat fand ich mich an dem Rande
Der schmerzensreichen Niederung des Abgrunds,
Endlosen Jammers Donnertön' umschließend.
So düster war sie und so tief und neblig,
Daß, ob zum Grund ich heftete die Blicke,
Ich nichts zu unterscheiden drin vermochte.
"Jetzt steigen zu der düstern Welt wir nieder,"

begann zu mir ganz totenbleich der Dichter,

"Ich selber geh' voraus, du wirst mir folgen!"
 

Die Ausschreibungsfrist für die Litac-Anthologie "In der Tiefe" läuft noch bis zum 30.11.2017.

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